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Hansi Hanser: Voller Einsatz am Lavanter Kirchbichl

Die Aufgaben des Lavanters Hansi Hanser sind vielfältig. Seit 2008 ist der 56-jährige Landwirt als Mesner und seit 2010 als Pfarrkoordinator in der Pfarre Lavant tätig.

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Als „heiliger Berg in Tirol“ wird der Lavanter Kirchbichl mit der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Ulrich und der Kirche zu den Heiligen Petrus und Paulus oft bezeichnet. Vom Dorfzentrum führt ein Kreuzweg in Kehren hinauf zu den beiden Kirchen – vorbei an historischen Ausgrabungen, wie einer mittelalterlichen Toranlage oder der Ruine einer frühchristlichen Bischofskirche. „Während des ganzen Tages herrscht hier ein reges Kommen und Gehen, und doch ist unser Kirchbichl ein ruhiger und beschaulicher Ort geblieben. Manche Besucher kommen, um die Ruhe zu genießen und Kraft zu tanken, andere vielleicht mit einem Anliegen an Gott“, erzählt Hansi Hanser. In der Wallfahrtskirche St. Ulrich gibt es zwar eine automatische Schließanlage, trotzdem schaut er hier jeden Tag mindestens ein Mal nach dem Rechten.

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Jeden Sonntag um 10.15 Uhr wird in der Pfarrkirche eine Messe zelebriert, aber auch bei Trauungen, Taufen und sonstigen Feierlichkeiten ist der 56-Jährige als Mesner vor Ort. „Das Gros der Hochzeitspaare kommt von auswärts – aus Nordtirol, Kärnten oder Deutschland. Im Kontakt mit den Paaren ist Einfühlungsvermögen und Flexibilität gefragt. Ich versuche, im Rahmen des Möglichen jeden Wunsch zu erfüllen.“ Nicht nur die Aufgaben als Mesner sind vielfältig. Seit 2010 übt Hansi Hanser auch die Funktion des Pfarrkoordinators aus. Dazu gehört, dass er die Büroarbeit im Widum erledigt, die Matriken führt und den Schriftverkehr mit der Diözese und mit anderen Organisationen abwickelt. Vierteljährlich erscheint im Seelsorgeraum die Broschüre „Rundblick“, monatlich gestaltet Hansi Hanser die Pfarrmitteilungen. „Besonders gerne erstelle ich die Fotos für diese Publikationen. Verschiedene Feierlichkeiten und Aktivitäten in der Pfarre im Bild festzuhalten und zu dokumentieren, finde ich wichtig“, sagt der begeisterte Pfarrkoordinator.

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Gemeinsam mit Martin Pacher sen. ist er auch als Wortgottesdienst-Leiter und Kommunionhelfer in der Pfarre aktiv. Im Lienzer Bildungshaus haben die beiden eine Ausbildung zum Wortgottesdienst-Leiter absolviert. „Donnerstags erreicht man mich in meinem Büro im Widum. Ich mache gerne auf Wunsch auch Hausbesuche, um beispielsweise den Ablauf einer Feierlichkeit zu besprechen. Ich bin praktisch rund um die Uhr erreichbar und natürlich jederzeit zur Stelle, wenn etwas Dringendes zu erledigen ist.“ Seine Arbeit sei ebenso erfüllend wie herausfordernd, vor allem aber mache sie ihm viel Spaß. „Ich arbeite sehr gerne mit Menschen. Mit meiner Tätigkeit Sinnvolles für die Gemeinschaft leisten zu können, bedeutet mir sehr viel. Die beiden Kirchen und die Umgebung sind zudem ein außergewöhnlich schöner und ruhiger Platz. Manchmal sagen mir Wallfahrer, dass sie hier eine besondere Kraft spüren. Dies schlägt sich glaube ich auch in den Eintragungen ins Wallfahrerbuch nieder. Dort kann man die verschiedensten Anliegen von Menschen, die hierher kommen, nachlesen. Sie bitten um Hilfe für die Kinder in der Schule ebenso wie um Heilung bei Krankheit oder um Unterstützung bei der Trauerbewältigung nach einem Todesfall.“

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Wenn Wallfahrer-Gruppen oder Busreisende den Lavanter Kirchbichl besuchen, melden sie sich bei Hansi Hanser an. Martin Pacher sen. steht auf Wunsch für Führungen bereit. Von Juni bis Oktober findet an jedem 13. die so genannte ,Monatswallfahrt‘ statt. „Diese schließt eine Prozession vom Widum bis zur Kirche St. Ulrich mit anschließender Wallfahrtsmesse ein. Großen Anklang weit über die Gemeindegrenzen hinaus findet auch unser Kirchtag mit Prozession und Widdersegnung jedes Jahr zwei Wochen nach Ostern“, weist der Landwirt auf Fixpunkte im Jahresablauf hin. Er lebt mit seiner Familie auf dem Wachtschneider-Hof in Lavant. Die Betreuung der Rinder, Ziegen, Schafe, Pferde, Esel und sonstigen Tiere beansprucht viel Zeit. Dabei stehen ihm seine Frau, seine Kinder und auch schon die Enkelkinder tatkräftig zur Seite.

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Trotz all dieser Aufgaben findet Hansi Hanser auch noch Zeit für seine Hobbys. „Ich spiele Trompete bei der Musikkapelle Dölsach, und vor drei Jahren habe ich an der Musikschule mit dem Flügelhorn-Unterricht begonnen. Erholung finde ich auch bei der Jagd und beim Sport“, meint der vielseitige Lavanter. Zum Schluss unseres Besuches betont er noch die überaus gute Zusammenarbeit mit Dekan Bernhard Kranebitter und Pfarrer Paul Kellner sowie mit den Kollegen im Pfarrgemeinderat, dem er selbst angehört. „Unser Pfarrleben funktioniert auf Basis eines Miteinanders sehr gut. Ohne die großzügige Unterstützung unserer Gemeinde wären die regelmäßigen Bau- und Sanierungsarbeiten sowie viele Aktivitäten in der Pfarre und in der Wallfahrtskirche aber nicht möglich“, hält er abschließend fest.

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Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger