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Schüler beschäftigten sich mit Klimaschutz und Energie

Die VS Ainet, die Schulwerkstatt Osttirol, die HTL und die LLA Lienz arbeiteten knapp ein Jahr lang intensiv mit der Klima- und Energie-Modellregion Osttirol zusammen.

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„Köpfchen benützen – Klima beschützen” – bei einer großen Abschlussfeier in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt (LLA) Lienz präsentierten hunderte Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Projekte. Gemeinsam mit René Schader MSc vom RMO/Energieregion Osttirol haben sich die LLA, die VS Ainet, die Schulwerkstatt (SWS) Osttirol und die HTL intensiv mit den Themen Klimaschutz- und Energieeffizienz auseinandergesetzt. Die SWS präsentierte das Theaterstück „Mutter Erde und der Tod”, die Kinder der VS Ainet sangen beherzt Lieder.

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Auch Stefan Wibmer (links) und Mathias Lublasser aus St. Johann im Walde haben sich eingehend mit dem Energieverbrauch in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt beschäftigt.

 

„Ziel des Projektes war es, Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Vorteile von erneuerbaren Energieträgern herauszustreichen”, so René Schader. In der Volksschule Ainet wurde das Thema Klimaschutz in allen Klassen behandelt. „Wir haben den Klimaschutz von verschiedenen Seiten beleuchtet und versucht, dieses Thema mit allen möglichen Sinnen zu erfassen”, berichtete Direktorin Angelika Mühlburger. Die SWS Osttirol hat ein Märchen erfunden und daraus ein Theaterstück entwickelt, das Mutter Erde in den Mittelpunkt stellt. „Wir waren mit unseren SchülerInnen viel in der Natur unterwegs. Das Theaterstück ist an der Isel entstanden”, so SWS-Leiter Mag. Norbert Feldner.

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Die Kinder der VS Ainet trugen bei der Abschlussfeier begeistert Lieder zum Thema „Mutter Erde” vor.

 

In der LLA haben die Schüler den Energieverbrauch im Gesamten und von einzelnen Geräten untersucht, Einsparungspotenziale aufgezeigt und sich mit den Chancen des Klimawandels für die Landwirtschaft auseinandergesetzt. „Es gibt durch den Klimawandel immer mehr Klimaextreme, das betrifft natürlich auch die Landwirtschaft. Die fossilen Energieträger gehen langsam zu Ende. Hier ergeben sich Chancen für die Bauern in der Energieerzeugung”, so Schüler Martin Kaufmann. Bei Exkursionen zu landwirtschaftlichen Betrieben in Südtirol und Oberösterreich sowie zum Haus des Wassers im Defereggental haben die LLA-Schüler anschaulich viel über Klimawandel und erneuerbare Energie gelernt.

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Die beiden HTL-Schüler Simon Pötscher (links) und Daniel Schett besuchten Hanfthal im Weinviertel und informierten sich bei den Firmen Hanfnuss, Hanfstroh und Hanfland über Produkte aus Hanf.

 

Die beiden HTL-Schüler Simon Pötscher und Daniel Schett haben in ihrer Matura-Diplomarbeit die Möglichkeiten der technischen Verwertung von Industriehanf ausgearbeitet und zwei Informationsfolder entwickelt – einen für die Landwirtschaft und einen für Häuslbauer. „Hanf ist für Landwirte eine Anbauergänzung oder -alternative, und es können gesunde Lebensmittel aus dieser alten Kulturpflanze gewonnen werden”, so Daniel Schett. Der Anbau von Industriehanf sei durch die positive CO-Bilanz ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und ökologisch gesehen ein wahres Wunder.

„Die Feuchtigkeitsregulierung, die Alterungsbeständigkeit und die Verbesserung des Schallschutzes sind die Hauptvorteile von Hanf als Dämmstoff”, erklärte Simon Pötscher. Die Möglichkeiten von Industriehanf seien unglaublich groß – inzwischen gibt es über 50.000 Produkte. „Hanf ist eine im Wachstum anspruchslose Pflanze und gut für die Böden. Mit Hanf als nachwachsender Rohstoff könnte in Osttirol die regionale Wertschöpfung nachhaltig verbessert werden”, so die beiden HTL-Schüler abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Ringhofer, Osttirol heute/Mühlburger