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Mut zur Freiheit - Klaunzers 2. Oper in den Bergen

In seinem 2. großen Bühnenwerk beschäftigt sich der Musiker Hansl Klaunzer mit den Iseltaler Freiheitskämpfen von 1809,  mit der Verteidigung des Glaubens und der Heimat.

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Regisseur Norbert Mladek wird Hansl Klaunzers 2. Oper in den Bergen in Szene setzen.

 

„Gruß an Schloss Weißenstein“ – schon die erste Oper des Matreier Komponisten Hansl Klaunzer war überaus erfolgreich und zog Musik- und Kulturinteressierte aus ganz Österreich, aus Deutschland, Südtirol und der Schweiz in die Tauerngemeinde. „Mein Ziel ist es, zukunftsweisend ein Opernfestival für Osttirol zu schaffen, und so begab ich mich neuerlich auf Themensuche. Auf die Freiheitskämpfer Johann Panzl und Anton Wallner bin ich zum ersten Mal gestoßen, als wir in der 4. Volksschule deren Denkmal auf dem Matreier Kirchplatz besuchten“, erinnert er sich zurück. Das Thema des Freiheitskampfes im Iseltal von 1809 und die tragische Geschichte von Franz Obersamer und Johann Weber, die anstelle der beiden geflüchteten Kommandanten Wallner und Panzl am 29. Dezember 1809 am Pfleger-Acker in Matrei von den Franzosen erschossen wurden, greift Klaunzer für sein neues Bühnenwerk auf.

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Das Marterl von der Erschießung der beiden Matreier Bürger Johann Weber und Franz Obersamer wurde vom Virger Maler Josef Weiskopf geschaffen. Es war früher am „Bräu-Stöckl“ nahe des Pfleger-Ackers angebracht. Heute befindet sich das Marterl im Matreier Heimatmuseum.

 

Nicht Kriegshelden will Klaunzer in „Mut zur Freiheit“ darstellen, sondern „Helden des Friedens“, die gegen Unrecht und Willkür ihre Stimme erheben. „Die Themen sind ja mehr als 200 Jahre nach den Freiheitskämpfen aktueller denn je“, meint Klaunzer, der mit seiner 2. Oper in den Bergen vor allem auch die Frauen und das Leiden der Familien in den Fokus rückt. „Den Frauen gebe ich in meiner Oper eine mahnende Funktion. Sie hatten Angst um ihre Männer und um die Existenzgrundlagen – sie kümmern sich um den Schutz des Lebens“, erklärt der Komponist. „Du musst heut‘ gehn, um da zu sein!“, singt Johann Panzls Frau in ihrer Arie, als sie ihren Mann bittet, zu flüchten, damit er am Leben bleiben kann.

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Hansl Klaunzer: „Die tiefgläubige Iseltalter Bevölkerung wollte damals nicht nur ihre Heimat, sondern vor allem auch ihren christlichen Glauben verteidigen. Ich wollte das Thema von verschiedenen Seiten beleuchten. Das Schützenwesen und die Heimatverbundenheit der Iseltaler habe ich genauso eingearbeitet, wie die Gründe, die zum Kampf gegen die Bayern und ihre Verbündeten – die Franzosen – geführt haben.“

 

Mit „Mut zur Freiheit“ hat Hansl Klaunzer die 1. Oper für Blasmusik geschrieben. Rund 30 Blasmusiker aus dem gesamten Bezirk bilden das Orchester. 70 bis 80 Darsteller werden gebraucht. Schützen aus Matrei, Ainet, Kals, Virgen und Hopfgarten i.Def. werden auf der Bühne stehen. Wie schon in „Gruß an Schloss Weißenstein“ übernimmt der Gemischte Chor Matrei die Funktion des Opernchors. Florian Mattersberger (Johann Panzl), Ulfried Haselsteiner (Anton Wallner), Wilfried Rogl (Erzherzog Johann, Pfarrer), Michael Feichter (Andreas Hofer), Barbara Mattersberger (Frau Wallner) und ihr Sohn Josef Mair sind genauso zu hören, wie Claudia Köll (Frau Panzl), Hermann Girstmair, Elisabeth Flatscher, Karl Staller sowie Barbara Brugger mit ihren Zwillingstöchtern Lisa und Hannah. Ernst Wibmer singt den Franz Obersamer und Franz Wurnitsch den Johann Weber. Auch Sänger aus dem Mölltal wirken mit.

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Das Sujet für „Mut zur Freiheit“ mit einem Iseltaler und einem Pustertaler Schützen hat der Matreier Künstler Mag. Josef Brugger geschaffen.

 

Bei der Szene der Auslosung von Obersamer und Weber durch den Gemeinderat kommt der Original-Holztisch von damals zum Einsatz. Deren Verhaftung und Erschießung wird genauso dargestellt, wie die Hinrichtung des Virger Schützenhauptmanns Franz Frandl, des Kalsers Riepl Groder und des Hopfgartners Josef Daxer. Die insgesamt zehn Open-Air-Aufführungen gehen am Dorfplatz des Matreier Ortsteiles Bichl über die Bühne. „Auf diesem idyllischen Dorfplatz auf einer leichten Anhöhe mit alten Bauernhäusern rundherum haben wir schon die ,Matreier Dorfgeschichten‘ veranstaltet. Die Hauptbühne wird vor dem Jakober-Hof aufgebaut. Die Hälfte des Bichler Dorfplatzes wird für Aufmärsche und Kampfhandlungen genutzt, der Rest des Platzes und Teile des Hauptmer-Gartens ist für das Publikum vorgesehen“, so Klaunzer, der besonders vom Entgegenkommen und dem Verständnis der Bichler Dorfbevölkerung schwärmt. Rund tausend Zuschauer werden Platz finden. Auch Lebendvieh – wie Kühe, Pferde, Schweine und Schafe – kommt zum Einsatz.

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Hansl Klaunzer: „Die Blasmusik eignet sich besonders gut für Aufmärsche und Kampfhandlungen. Auch ein Siegesmarsch ist in der Oper enthalten, und ich unternehme Ausflüge in die Klassik. In der Dramaturgie habe ich auch Akzente gesetzt, die meiner Phantasie entspringen.“

 

Der Kartenvorverkauf startet noch im heurigen Jahr. Die Uraufführung findet am Samstag, 29. Juli 2017, um 20.00 Uhr, statt. Weitere Aufführungstermine: 30.7., 5.8., 12.8., 18.8., 1.9. (jeweils 20.00 Uhr), 6.8., 15.8., 20.8., 2.9. (jeweils 14.00 Uhr).

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Hotzler, Matreier Heimatmuseum