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25 Jahre Ederhof: Emotionales Jubiläum

Das weltweit erste Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche vor und nach einer Organtransplantation feierte am 9.9.2017 das 25-jährige Bestehen.

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Zum Festakt ins Reha-Zentrum Ederhof, das auf 1.100 Meter Seehöhe in der Osttiroler Gemeinde Iselsberg-Stronach liegt, kam auch Prof. Dr. Ina Pichlmayr, die das Projekt 1992 gemeinsam mit ihrem 1997 verstorbenen Mann Prof. Dr. Rudolf Pichlmayr ins Leben gerufen hat.

 

Prof. DDDr. Eckhard Nagel, der ärztliche Leiter und Direktor des Reha-Zentrums, konnte zum Jubiläum zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Der Mediziner ließ in seiner Festrede die vergangenen 25 Jahre Revue passieren und zitierte aus dem Text „Mein Sohn liegt in meinem Arm“, den die bekannte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren einst für ihren neugeborenen Sohn verfasst hatte. „Kinder sind unsere Zukunft, hat Lindgren geschrieben – und das ist auch wirklich so. Jene Kinder, die hier zu uns auf den Ederhof kommen, sind krank und müssen in jungen Jahren ein Schicksal tragen, das für sie, ihre Eltern und für die gesamte Familie eine enorme Herausforderung bedeutet. Doch mit diesem Schicksal kann man umgehen, und man kann es erleichtern. Das ist unsere Intention – und das war auch die Grundidee von Ina und Rudolf Pichlmayr, die die Stiftung `Rehabilitation nach Organtransplantation bei Kindern und Jugendlichen` im Jahre 1987 begründeten. 1990 wurde der Ederhof, einst das Geburtshaus des Malers Franz von Defregger, an die Rudolf Pichlmayr-Stiftung übertragen. Zwei Jahre später, im September 1992, konnte die Einrichtung feierlich eröffnet werden.“

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„Wir sind für die Zukunft gut gerüstet!“, erklärte Eckhard Nagel, der ärztliche Leiter des Ederhofes.

 

Viele Menschen und Einrichtungen haben seitdem, so Eckhard Nagel weiter, dazu beigetragen, dass sich der heute als Sonderkrankenanstalt geführte Ederhof so gut entwickelt hat. „Dazu zählten bzw. zählen u.a. das deutsche Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation, Mediziner der Universität Heidelberg oder hier in Osttirol der frühere Ärztliche Leiter des BKH Lienz und anerkannte Nephrologe, Prim. Doz. Dr. Walfried Fritzer. Seine Tochter, Prof. Dr. Monika Fritzer-Szekeres, und sein Schwiegersohn, Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer, dürfen wir heute hier auch begrüßen.“ Längst sei das Reha-Zentrum auch im Bewusstsein der Osttiroler Bevölkerung angekommen. „Wir sind sozusagen in die Gemeinde Iselsberg-Stronach hineingewachsen. Viele MitarbeiterInnen kommen aus der Region, unsere PatientInnen und ihre Familien werden freundlich aufgenommen.“

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Blumen als ein Zeichen des Dankes für Prof. Ina Pichlmayr. Im Bild mit Ederhof-Geschäftsführer Robert Weichselbraun, Pflegedienstleiterin Doris Etzelsberger, Mag. Verena Leitner-Klaunzer/Leiterin des pädagogischen Teams und ÄL Eckhard Nagel)

 

Die Glückwünsche zum 25-Jahr-Jubiläum überbrachten die Lienzer Bürgermeisterin LA DI Elisabeth Blanik, LA Martin Mayerl und Thomas Tschapeller, Bürgermeister der Gemeinde Iselsberg-Stronach. Er überreichte Ina Pichlmayr einen Blumenstrauß und bedankte sich bei der „Mutter des Ederhofes“ für ihre Arbeit und ihren Einsatz.

 

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Seit 12 Jahren zeichnet Robert Weichselbraun, MBA, für die Geschäftsleitung und das Management des Ederhofes verantwortlich. „Aktuell verfügen wir als Sonderkrankenanstalt über 35 genehmigte Patientenbetten. Wir setzen auf familienorientierte Rehabilitation, d.h. die Kinder unter den PatientInnen werden von ihren Eltern und im Idealfall auch von ihren Geschwistern begleitet. Dafür stehen uns zusätzliche 53 Betten zur Verfügung.“ Der weitere Ausbau des Rehabilitationszentrums, das zuletzt Winter bzw. Frühjahr 2017 revitalisiert wurde, hänge vom Österreichischen Gesundheitsstrukturplan und von der Vergabe der Kontingente für Reha-Betten ab. „Wir hoffen auf die nächste Ausschreibungsrunde.“

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MitarbeiterInnen des Rehabilitationszentrums Ederhof im September 2017

 

Derzeit finanziert sich der Ederhof v.a. aus Stiftungsgeldern und Spenden. Rund 300.000 Euro pro Jahr werden benötigt. Robert Weichselbraun: „Seit nunmehr 25 Jahren gelingt es, diese Summe zu sichern!“ Viele Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen tragen dazu bei, dass dies gewährleistet ist. Ein besonders  schönes, aktuelles Beispiel aus der Region ist die Initiative „together“ einer Projektgruppe der HAK Lienz. Bedruckt mit Bildern, die die HAK-Schülerinnen gemeinsam mit Kindern des Ederhofes anfertigten, stehen Schokoladen zum Verkauf, deren Erlös direkt an den Ederhof fließt. Die süßen Köstlichkeiten für den guten Zweck sind in Lienz (u.a. Naschkatze, Tyrol Shop, Café Köstl, WinWin, ADEG Aichner, Weltladen, Teegarten, Tyrolia), Sillian (Pichler`s Schokoladenwelt), Abfaltersbach (ADEG Aichner, Virgen (ADEG Hanser) und Matrei i.O. (Talmarkt, Café Kuckuck) erhältlich.

 

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Text: E. Hilgrtner, Fotos: Brunner Images, Osttirol heute/Gasser