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Fortbildungsinitiative für pflegende Angehörige

Ziel der in Kürze in Osttirol startenden Schulungsreihe zum Thema Demenz ist es, das Verständnis für Erkrankte zu verbessern und Angehörigen Hilfestellung zu bieten.

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Unsere Gesellschaft wird immer älter. Zum Zeitpunkt der Entdeckung der Alzheimer-Krankheit, der weitaus häufigsten Form dementieller Erkrankungen, im Jahre 1906, lag der Altersdurchschnitt der Bevölkerung Europas noch zwischen 40 bis 50 Jahren. Heute können wir im Schnitt ein doppelt so langes Leben erwarten, und auch die dritte Lebensphase, die im Volksmund gerne als „Pension“ bezeichneten Jahre nach der Erwerbstätigkeit, umfasst aufgrund der höheren Lebenserwartung einen immer längeren Zeitraum. Gleichzeitig damit steigt jedoch auch die Anzahl jener, die altersbedingt an gesundheitlichen Probleme leiden, und nicht zuletzt das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Für Österreich geht man zurzeit von rd. 100.000 Demenzkranken aus, aufgrund der demographischen Entwicklung rechnen Experten bis 2050 mit weit mehr als einer Verdoppelung. Im Bezirk Lienz gab es 2012 784 diagnostizierte Demenzfälle, wobei die Dunkelziffer höher liegen dürfte. Für 2022 rechnen Experten mit rd. 1.000 „offiziellen“ Erkrankten. Die Wahrscheinlichkeit, im Altersverlauf ab 65 Jahren an einer Demenz zu erkranken, beträgt für Männer 16 Prozent, für Frauen aufgrund der höheren Lebenserwartung 34,5 Prozent.

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DGKS Daniela Meier, MBA, Obfrau der Selbsthilfe Osttirol: „Menschen mit Demenz benötigen unsere besondere Zuwendung. Unterstützung und Stützung, die herausfordernden Aufgaben zu bewältigen, brauchen aber auch Angehörige von an Demenz erkrankten Personen.“

 

Hauptsponsor der im Herbst 2016 in Osttirol anlaufenden Fortbildungsinitiative der Selbsthilfe Osttirol unter dem Titel „Demenz - auch Angehörige brauchen Hilfe“ ist das Land Tirol. Die Kursreihe umfasst sieben Module, die sich der Demenz als Krankheit, einer Einführung in die Validation, der Pflege von Demenzkranken, wichtigen Infos zur richtigen Pflegegeld-Einstufung, dem Alltagskompetenz-Training, der Aromapflege sowie dem Thema der Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung widmen. Die einzelnen Module werden, wie schon bei den vorangegangenen Fortbildungsreihen in den letzten drei Jahren, in Lienz (Wohn- und Pflegeheim), in Matrei i.O. (Rettungszentrum) und in Abfaltersbach (Sprengelstube) angeboten. Der Neurologe Dr. Torsten Ruf wird erklären, was man über Demenz wissen sollte, und Validationstrainerin Johanna Lessacher über die Kommunikations- und Umgangsform für desorientierte betagte Menschen mit herausfordernden Verhaltens- und Kommunikationsmustern referieren. DGKS Karin Jaritz wird Tipps für die Pflege zuhause geben und Margit Niederwieser, Dipl. Aktivierungstrainerin, das Alltagskompetenz-Training vorstellen. Therapeutic Touch und Aromapflege stehen im Mittelpunkt von Modul 6, Referentinnen sind Magdalena Obkircher und DGKS Alexandra Fröschl-Oberreiner. Im Rahmen von Modul 4 kann man von Dr. Gertrude Allmer Interessantes zur Praxis der Pflegegeldeinstufung erfahren, während Notar Mag. Markus Mayr (Modul 7) über die Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung informieren wird.

Alle Termine und weitere Informationen finden Interessierte hier. Anmeldung: Selbsthilfe Osttirol, Tel. 04852/606-290

Text: E. Hilgartner, Fotos: Bilderstock, Archiv Journal und Martin Lugger