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Oberlienz: „hinter’gschaut“ auf Hochwasser 1965/66

Entlang des Schleinitzbaches wurden 40 Großformatbilder zur Hochwasserkatastrophe in den Jahren 1965 und 1966 ausgestellt – es wurde dazu natürlich auch viel diskutiert. 

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Bgm. Martin Huber erklärte an den Schautafeln Details der Katastrophe vor einem halben Jahrhundert.

 

Unter dem Motto „hinter’gschaut auf die Hochwasserkatastrophe 1965/66″ erwartete die rund 500 Besucher am Sonntag, 25. September 2016, ein abwechslungsreiches Programm entlang des Schleinitzbaches. Mehr als 40 Großformatbilder erinnerten an die Katastrophe vor 50 Jahren und waren die Grundlage für viele Gespräche und Diskussionen an den Schauplätzen der damaligen Ereignisse. 

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Die Kinder waren begeistert, als sich die Räder der alten Getreidemühle und der Schmiedehammer – getrieben von der Kraft des Wassers – in Bewegung setzten. Der Film „Das Leben am Schleinitzbach“ von Ortschronist Gottfried Stotter zeigte anschaulich die baulichen Veränderungen im Dorf. Auch von einem Urlaubsgast angefertigtes Videomaterial vom Zeitpunkt, als der Bach über die Ufer trat, waren im Film enthalten.

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„Wie war es damals – was kann heute noch passieren?“ – um dieses Thema kreiste zum Abschluss die von Bgm. Martin Huber moderierte Diskussionsrunde auf dem Betriebsgelände der Firma MICADO. Auch DI Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz, und DI Albert Pichler, stellvertretender Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Osttirol, standen Rede und Antwort. Als Zeitzeuge erzählte Alt-Bgm. Erich Gratz von den folgenschweren Naturereignissen. „Drei Tage und drei Nächte war an Schlaf nicht zu denken. Wir waren durchgehend im Einsatz und setzten alles daran, unser Dorf und die Bevölkerung zu schützen“, so Gratz.

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Die viel besuchte Veranstaltung organisierten der Kulturausschuss und das Chronikteam der Gemeinde Oberlienz, die Gruppe „stotterfive“ umrahmte die Diskussionsrunde musikalisch, und die Bäuerinnen sorgten für das leibliche Wohl.

Text: Redaktion, Fotos: Chronik Oberlienz