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Polizeiarbeit: Wie sicher ist Osttirol?

Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger informiert über die abgeschlossene Dienststellenstrukturanpassung, über aktuelle Aufgaben und Herausforderungen.

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„Osttirol zählt zweifelsfrei zu den sichersten Bezirken in Tirol und in ganz Österreich. Und dies hat sich, wie auch die Aufklärungsrate und die Entwicklung der angezeigten Delikte im Bezirk beweist, auch zuletzt nicht geändert. Ich würde sogar sagen, dass unser Raum in den vergangenen Jahren durchaus sicherer geworden ist“, zieht Silvester Wolsegger ein positives Fazit der intensiven polizeilichen Kontroll-, Ermittlungs- und Präventionsarbeit. „Dies ist insbesondere auch das Verdienst der Polizistinnen und Polizisten im Bezirk!“ Seit 1996 übt der gebürtige Matreier die Funktion des Bezirkspolizeikommandanten aus und ist, wie er selbst ausführt, in enger Abstimmung mit seinem Stellvertreter, Oskar Monitzer, sowie den drei Inspektionskommandanten in Lienz, Matrei und Sillian für die Organisation und Leitung der Polizeiarbeit im Raum Osttirol verantwortlich. „Für uns heißt dies, gemeinsam mit der Bezirkshauptmannschaft als Sicherheitsbehörde und mit unseren Sicherheitspartnern für bestmögliche Sicherheitsverhältnisse in der Region zu sorgen.“

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BPKdt: Silvester Wolsegger: „Unsere intensive Kontroll-, Ermittlungs- und Präventionsarbeit trägt Früchte. Die Kriminalitätsstatistik zeigt für den Vergleichszeitraum 2007 bis 2015 einen Rückgang der angezeigten Fallzahlen von rund 30%.“

 

Als „Herzstück“ des Aufgabenfeldes, das die insgesamt 92 Polizeibeamten im Bezirk Lienz abdecken, definiert er die sicherheits-, verkehrs-, alpin-, und kriminalpolizeiliche Arbeit sowie jene Bereiche, in denen Mitglieder der Osttiroler Polizei in Sachen grenzüberschreitende Kriminalität, illegale Migration und in Fragen der tirolweiten Bewältigung des Flüchtlingszustromes zum Einsatz kommen. Insbesondere mit der Flüchtlingsthematik verbindet der Bezirkspolizeikommandant die Tatsache, dass die Anforderungen an seine Kollegen und ihn zuletzt stark angestiegen sind. Als eine wesentliche Basis dafür, dem und allen anderen Herausforderungen gerecht werden zu können, nennt Silvester Wolsegger die im heurigen Sommer finalisierte Dienststellenstrukturanpassung. „Damit wurden wichtige Grundlagen für eine leistungsstarke und moderne Polizei in Osttirol geschaffen.“

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Die Räumlichkeiten der PI Lienz wurden neu gestaltet.

 

Heute sind die Dienststellen im Bezirk an den drei strategisch wichtigen Punkten Lienz, Matrei und Sillian zusammengefasst, wobei die Gesamtzahl der Polizistinnen und Polizisten unverändert geblieben ist. Der PI Lienz gehören 44 Beamte an, in Matrei und Sillian sind es je 22. Hinzu kommen vier Mitglieder des Bezirkspolizeikommandos. De facto konnten im Zuge der Reform früher bestehende Doppelgleisigkeiten im Verwaltungsbereich beseitigt und Personalressourcen verstärkt für die eigentlichen polizeilichen Tätigkeiten zum Einsatz gebracht werden. Wir haben in Ausbildung, Technik und moderne Ermittlungsmethoden investiert und unsere Organisation und die Arbeitsabläufe an nationale und internationale Entwicklungen angepasst.“

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„CSI Osttirol“ – moderne Tatort- und Ermittlungsarbeit sind Basis für eine hohe Aufklärungsrate bei Eigentums-, Sachbeschädigungs- und Einbruchsdelikten.

 

Im Ergebnis bedeutet dies eine Forcierung der Spezialkräfte für die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität und illegaler Migration speziell im Raum Sillian, die Konzentration von Alpinpolizisten für Einsätze im Großglockner- und Großvenedigergebiet im Zuständigkeitsbereich der PI Matrei, die Verbesserung der Einsatzstärke in Hinsicht auf die Verkehrssicherheitsarbeit auf der Nord-Süd-Achse (Kontrollstelle Leisach) sowie die Ausweitung kriminalpolizeilicher Aufgaben im Lienzer Talboden. „Aufgrund seiner zentralen Lage ist der Raum Lienz am stärksten von Kriminalfällen belastet“, so BPKdt. Wolsegger.

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Verkehrsreferent Oskar Monitzer an der Kontrollstelle in Leisach

 

Die Polizeiarbeit könne man, wie er abschließend sagt, mit einem Mosaik vergleichen, wobei gut eingespielte betriebliche Prozesse, eine kontinuierliche Fortbildung, professionelles Handeln, Kommunikation, Vernetzung und Kooperation, insbesondere auch mit externen Partnern, als wichtige Mosaiksteine gelten. „Besonders hervorzuheben ist die Berücksichtigung persönlicher und sozialer Bedürfnisse sowie fachlicher Neigungen der Kolleginnen und Kollegen. Denn die Motivation und Leidenschaft der Polizistinnen und Polizisten, für die Osttirolerinnen und Osttiroler zu arbeiten, bedeuten letztlich den entscheidenden Garanten für die Sicherheit in unserem Bezirk!“

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Der Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Lienz arbeitet als Spezialist beim Bezirkspolizeikommando. 17 Alpinpolizistinnen und Alpinpolizisten sind in den einzelnen Dienststellen tätig.

 

Text: E. & J. Hilgartner, Fotos: Martin Lugger, Alpinpolizei/AEG Lienz